Planfeststellungsbeschluss: Baurecht für WLE-Strecke Münster – Sendenhorst liegt vor

05. Februar 2026. Die Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Münster und Sendenhorst hat einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Die Bezirksregierung Münster hat den Planfeststellungsbeschluss für das Projekt erteilt und damit die Planungen der Westfälischen Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) genehmigt. Mit dem Abschluss dieses Genehmigungsverfahrens hat die WLE als Eigentümerin der Eisenbahninfrastruktur nun Baurecht.

Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens hat die Bezirksregierung alle eingegangenen Einwendungen geprüft und bestätigt, dass das Vorhaben der WLE vollständig geplant, fachlich ausführbar und rechtlich zulässig ist.

Die rund 21 Kilometer lange Strecke zwischen Münster und Sendenhorst gehört zu den Projekten der geplanten S-Bahn Münsterland, die als erstes umgesetzt werden. Als Linie S 8 verbindet sie künftig Sendenhorst und Albersloh im Kreis Warendorf sowie die münsteraner Stadtteile Wolbeck, Angelmodde, Gremmendorf und Loddenheide mit dem Stadtzentrum. Als zuständiger Aufgabenträger verantwortet der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) die Gesamtprojektleitung.

„Der Beschluss ist ein wichtiges Signal für die Region“, sagt Christiane Auffermann, Geschäftsführerin des NWL. „Wir haben jetzt die Grundlage, die wir benötigen, um die Umsetzung weiter voranzutreiben.“ Ziel sei eine schnelle Schienenverbindung zwischen Stadt und Umland mit nur 30 Minuten Fahrtzeit zwischen Sendenhorst und dem Hauptbahnhof Münster. „Wir schaffen damit eine staufreie und klimafreundliche Alternative zum Auto. Das entlastet den Verkehr in der Stadt erheblich und spart jährlich fast neun Millionen Pkw-Kilometer und über 700 Tonnen CO₂ ein.“

„Wir freuen uns, dass wir nach Jahren der Planung endlich die nächsten Schritte angehen können“, so Detlef Berndt, Geschäftsführer der WLE. Zwischen Münster und Sendenhorst seien zuletzt vor über fünfzig Jahren Fahrgäste regelmäßig mit der Bahn gefahren. „Unser Anspruch ist es, diese Verbindung mit einer modernen, zukunftsfähigen Infrastruktur wiederzubeleben. Dass wir heute mit dem Beschluss der Bezirksregierung die Grundlage haben, den Personenverkehr auf die Schiene zurückzubringen, ist ein besonderer Moment. Denn die Strecke auf neuesten Stand zu bringen, ist Voraussetzung für einen langfristigen und zuverlässigen Betrieb im Sinne der Menschen im Münsterland.“

Erfreut zeigen sich auch der Landrat des Kreises Warendorf, Dr. Olaf Gericke, und Sendenhorsts Bürgermeisterin Katrin Reuscher: „Dieser Meilenstein bedeutet viel für eine umweltfreundliche Mobilität zwischen dem südlwestlichen Kreis Warendorf und dem Oberzentrum“, so Dr. Gericke. Katrin Reuscher ergänzt: „Sendenhorst, Albersloh und Münsters Südosten werden enger zusammenrücken.“ Nun gelte es, das Projekt gemeinsam erfolgreich umzusetzen.

Der Planfeststellungsbeschluss bedeutet für die Projektpartner WLE und NWL, in die nächste Projektphase starten zu können. Die WLE wird nun offiziell die Förderung nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GVFG) beim Bund beantragen. Parallel planen die Expertinnen und Experten der kommunalen Eisenbahn die Details zum Bau und der Ausstattung, zum Beispiel zur Leit- und Sicherungstechnik. Auf dieser Grundlage werden dann in öffentlichen Ausschreibungen die wirtschaftlichsten Anbieter der Bauleistungen und Materialbeschaffung ermittelt.

Alle Beteiligten sind sich sicher: Der Planfeststellungsbeschluss ist ein Gewinn für eine zukunftsfähige Mobilität im Sinne des Klimaschutzes. Jeder Zug auf den Gleisen der WLE trage zu einer nachhaltigen Entwicklung im Südosten Münsters und im Kreis Warendorf bei.

Übergabe Planfeststellungsbeschluss an WLE

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (3.v.l.) und Regierungspräsident Andreas Bothe (5.v.l) übergeben den Planfeststellungsbeschluss an den WLE-Geschäftsführer, Detlef Berndt (4.v.l.). Mit ihm freuen sich (vordere Reihe v.l.) die Geschäftsführerin des NWL, Christiane Auffermann, der Landrat des Kreises Warendorf, Dr. Olaf Gericke und der Münsteraner Oberbürgermeister, Tilman Fuchs (r.). In der hinteren Reihe (v.l.) Vertretung des Verbandsvorstehers des NWL, Dr. Linus Tepe, Nils Winter vom NWL, Michael Ottmann vom Kreis Warendorf, Christina Krüger von der WLE sowie die Bürgermeisterin der Stadt Sendenhorst, Katrin Reuscher.

Bild: ©Bezirksregierung Münster

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